Das Seebad Düsternbrook von Rudolf Schroeder
Universitätsverlag Kiel | Kiel University Publishing eBooks, pp. 573–586
Abstract
Unter den rund einem Dutzend Schwimmbädern und Badeanstalten, die der berühmte Kieler Stadtarchitekt Rudolf Schroeder entworfen hat, stechen zwei Gebäude besonders hervor: das Meerbad Düsternbrook und das Lessingbad. Diese beiden Gebäude erlangten in den ersten Jahren der NS-Herrschaft in der Hauptstadt Schleswig-Holsteins und im Vorfeld der Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele 1936 besondere Bedeutung. Als repräsentative Bauten läuten sie das Aufkommen des Dritten Reiches ein, sollen aber auch das olympische Ideal visuell verkörpern, da Segeln keine Stadionanlagen erfordert. Eine monografische Skizze zeichnet die Geschichte des Düsternbrook-Meeresbades, das nördlich des neuen olympischen Festplatzes liegt, nach – vom Vorentwurf einer kreisförmigen Badeinsel bis zum gerade noch rechtzeitig fertiggestellten olympischen Schwimmstadion, über die Geschichte seines Wiederaufbaus nach Kriegsschäden, seine wiederholten Renovierungen und sein allmähliches bauliches Verschwinden. Bei der Gestaltung eines olympischen Seebades lotete Schroeder die Grenzen der regionalen Pfahlbauarchitektur aus – mit einem 50-Meter-Sportbecken, umgeben von Tribünen, und einem 10-Meter-Doppel-Sprungturm. Die beiden gemeinsam veröffentlichten Kieler Bäder berücksichtigten stets nicht nur die Notwendigkeiten des Schwimmens, sondern auch die gesundheitsfördernden und vergnüglichen Aspekte des Badens. Luft- und Sonnenbäder, Sport und Spiele, Schwimmunterricht, Sporttraining und Wettkämpfe können hier jederzeit parallel stattfinden. Diese Gebäude verbanden auf gelungene Weise das Volksbad der späten 1920er Jahre mit einem Sportbecken.
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RWTH Aachen
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