Parfüm
J.B. Metzler eBooks, pp. 455–461
Abstract
Pflanzen werden seit dem Pleistozän zur Beduftung von Räumen verwendet und sind bis heute der wichtigste und häufigste natürliche Bestandteil von Parfüms. Für die Gewinnung der Duftmoleküle aus den Pflanzenteilen werden verschiedenste Techniken verwendet bzw. entwickelt, die wiederum die Existenzweise der Pflanze verändern. Als komplexe Botschaften, die gleichermaßen materiell wie semiotisch bedingt sind, wirken Parfüme und ihre Moden ebenfalls auf die kulturellen Konzepte des Vegetabilen. Zum Teil wird der Duft der Pflanzen auch als Manifestation einer unsichtbaren Essenz, des Geistes oder der Seele verstanden. Nicht zuletzt bilden Pflanzen und insbesondere Blumen auch Vorbilder für die Kreation von Parfüms sowie ihre künstlerische Darstellung. Zwei methodische Bemerkungen müssen der Auseinandersetzung mit Pflanzen und Parfüm vorangestellt werden. Erstens kann in einer historischen Darstellung das moderne Verständnis eines Parfüms nicht als Norm gesetzt werden. Bereits die Etymologie von ‚Parfüm‘ (lat. per fumum, ‚durch den Rauch‘) weist auf den Ursprung in kultischen Handlungen und Praktiken des Räucherns hin. Die Grenzen zwischen Medizin, Ästhetik, Religion, Ökonomie, Chemie und der Parfümerie sind bis heute fließend. Zum einen wird daher im Folgenden ein weiter Begriff von ‚Parfüm‘ verwendet. Zum anderen ist es notwendig, Verarbeitung, Gebrauch und Symbolik von Parfüms im Netz von heterogenen Diskursen und Praktiken zu berücksichtigen.
Authors 1
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Affiliation as printed
Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft, RWTH Aachen, Aachen, Deutschland
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