8 Frühe Neuzeit
De Gruyter eBooks, pp. 183–208
Abstract
Der Beitrag untersucht die Verflechtungen von Religion und Wirtschaft während der Frühen Neuzeit von der Reformation bis zur Industriellen Revolution.Europa entwickelte sich in diesen drei Jahrhunderten von einem Randgebiet der Weltwirtschaft zu deren bedeutendstem Zentrum.Trotz dieser Dynamik blieb die frühneuzeitliche Wirtschaft stark in religiöse Vorstellungen eingebettet und die schon im Mittelalter dominante Unterscheidung von Gemeinwohl und Eigennutz in allen Konfessionen weiterhin eine Leitsemantik.Erst die ökonomischen Theoretiker des 18. Jahrhunderts wie Bernard Mandeville oder Adam Smith sahen Eigennutz endgültig nicht mehr als Gegensatz zum Gemeinwohl, sondern als dessen Triebfeder an.Anhand von konfessionell bestimmter Wirtschaftspolitik und dem ökonomischen Wissen von Geistlichen, Peuplierungsmaßnahmen im Heiligen Römischen Reich nach dem Dreißigjährigen Krieg sowie der mit der europäischen Expansion verbundenen globalen Mission zeigt der Beitrag auf, dass sich in den drei Jahrhunderten Phasen der Ausdifferenzierung mit solchen der Entdifferenzierung abwechselten.Besonders das 18. Jahrhundert weist daher eine signifikante Janusköpfigkeit auf: Zum einen bildete sich eine global agierende frühkapitalistische Marktwirtschaft mit eigenen Semantiken und Ordnungsvorstellungen heraus; zum anderen versuchten pietistische, aber auch andere protestantische und katholische Kaufleute und Handwerker, ihre Wirtschaftsaktivitäten mit religiösen Normen in Einklang zu halten oder zu bringen.
Authors 2
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Thomas Dorfner Aachen
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RWTH Aachen University Historisches Institut
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Affiliation as printed
Georg-August-Universität Göttingen Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte Heinrich-Düker-Weg 14 Göttingen Deutschland
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References 19
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