A

Einführung

RWTH Publications (RWTH Aachen)

Abstract

1 1 Sprache und (Nicht-)Zugehörigkeit Gegen Ende ihres Lebens zur Bedeutung der Diaspora befragt, zögert Käte Ham- burger, den Begriff auf ihren eigenen Fall anzuwenden.In ihrer Heimatstadt, Hamburg, sei vielmehr der Prozess der Assimilation "bereits vollendet" gewesen.Und sie fügt an: "Man sprach Deutsch, sprach manchmal besser Deutsch als die Deutschen, und man besuchte ein Gymnasium, in dem jüdische und nichtjüdische Schüler nebeneinander saßen."(Koelbl 1989, S. 111) Die Partie wirft ein signifikantes Licht auf die Bedeutung, die der Sprache in der Geschichte der Jüdinnen und Juden in Mitteleuropa zukommt.Die Beherrschung der deutschen Sprache bildet -hier in der Sicht der Zeitzeugin, die repräsentativ nicht nur für die Angehörigen ihrer Generation steht -sowohl die Voraussetzung als auch das Signum einer vollständigen, einer "vollendet[en]" Assimilation an die nichtjüdische Umgebungsgesellschaft.Die rechtlich-soziale Gleichstellung von Jüdinnen und Juden mit der nichtjüdischen Bevölkerung, wie sie in der Berechtigung, eine öffentliche Schule zu besuchen und dort im paritätischen Nebeneinander zu lernen, beispielhaft angeführt wird, ist diesem Signum auch syntaktisch nachgeordnet.Einführung

Authors 2

  1. RWTH Aachen University

    Affiliation as printed

    Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft , RWTH Aachen , Aachen , Deutschland

  2. RWTH Aachen University

    Affiliation as printed

    Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft , RWTH Aachen , Aachen , Deutschland

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