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Wer kommt, wenn es knallt? Verfügbarkeit von Einsatzkräften im Bevölkerungsschutz

Notfall + Rettungsmedizin

Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Häufigkeit und Komplexität von Krisen und Katastrophen nehmen stetig zu. In Deutschland ist der Bevölkerungsschutz föderal organisiert und basiert maßgeblich auf ehrenamtlichem Engagement. Besonders in kritischen Infrastrukturen (KRITIS) kommt es im Krisenfall zu einer hohen Arbeitsbelastung. Ziel der Arbeit Die Studie untersucht die Verfügbarkeit ziviler Einsatzkräfte im Katastrophenfall, insbesondere bei Personen mit Doppelrollen, z. B. beruflich in KRITIS und ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz, sowie die Auswirkungen von Doppelrollen und beruflichen sowie privaten Verpflichtungen auf die Einsatzbereitschaft. Material und Methoden Im Rahmen einer nationalen Online-Befragung wurden zwischen Juni und Oktober 2024 Ehrenamtliche aus dem Bevölkerungsschutz kontaktiert. Der Fragebogen erfasste demografische Daten, berufliche Tätigkeit, Engagement im Bevölkerungsschutz, Qualifikationen, Arbeitszeiten, Freistellungsoptionen und die Verfügbarkeit im Einsatzfall. Ergebnisse 3681 vollständige Antworten wurden in die Auswertung eingeschlossen (N = 3681). Die Befragten sind zu 52,2 % hauptberuflich in einer KRITIS angestellt, zudem besitzen 20,5 % aller Befragten mehr als ein Ehrenamt. Ärzt:innen engagieren sich zu 32,7 % in mehr als einem Ehrenamt. 30 % der Ehrenamtlichen sind im Katastrophenfall jederzeit verfügbar, 65 % nur eingeschränkt und 5 % gar nicht. Hauptgrund für die Nichtverfügbarkeit ist mit 57,4 % die berufliche Tätigkeit, insbesondere bei Beschäftigten im KRITIS-Bereich, und bei Ärzt:innen die hohe Arbeitsbelastung mit 49 Wochenstunden. Diskussion Die Ergebnisse zeigen, dass die Verfügbarkeit ziviler Einsatzkräfte im Katastrophenfall durch berufliche Verpflichtungen und Doppelrollen deutlich eingeschränkt ist. Besonders kritisch ist die Situation bei Beschäftigten in KRITIS und bei Ärzt:innen. Verfügbar sind demnach nur rund 757.140 der 1,7 Mio. (44,42 %) in Deutschland im Katastrophenschutz registrierten ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Die geringe Freistellungsquote und der demografische Wandel verschärfen die Problematik. Für die Resilienz des Bevölkerungsschutzes sind gezielte Maßnahmen zur Entlastung und Nachwuchsgewinnung erforderlich. Graphic abstract

Authors 5

  1. University of Tübingen · Universitätsklinikum Tübingen

    Affiliation as printed

    Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM e. V.), Wasserburger Strasse 59, 85614, Kirchseeon, Deutschland

    Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076, Tübingen, Deutschland

  2. Universitätsklinikum Aachen

    Affiliation as printed

    Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM e. V.), Wasserburger Strasse 59, 85614, Kirchseeon, Deutschland

    Klinik für Anästhesiologie, AcuteCare InnovationHub, Uniklinik RWTH Aachen, Vaalser Straße 460, 52074, Aachen, Deutschland

  3. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Affiliation as printed

    Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen/Nürnberg, Deutschland

  4. Universitätsklinikum Aachen

    Affiliation as printed

    Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM e. V.) , Kirchseeon , Deutschland

    Klinik für Anästhesiologie , AcuteCare InnovationHub , Uniklinik RWTH Aachen , Aachen , Deutschland

    Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM e. V.), Wasserburger Strasse 59, 85614, Kirchseeon, Deutschland

  5. Robert Wunderlich corresponding

    University of Tübingen · Universitätsklinikum Tübingen

    Affiliation as printed

    Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM e. V.), Wasserburger Strasse 59, 85614, Kirchseeon, Deutschland

    Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076, Tübingen, Deutschland

    Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076, Tübingen, Deutschland

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