Bronchiektasen-Erkrankung
DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift, vol. 150, pp. 703–712
Abstract
Was ist neu? Bei Bronchiektasen handelt es sich immer noch um ein seltenes weiterhin noch unterdiagnostiziertes Krankheitsbild, wenngleich die Prävalenz stetig zunimmt – mit heterogenem Patientenkollektiv, bei unterschiedlicher Ätiologie. Gemäß der S2k-Leitlinie vom Mai 2024 zum Management erwachsener Patienten mit Bronchiektasen-Erkrankung ist nicht mehr die Genese, sondern die Symptomatik entscheidend für die Definition dieser Erkrankung. Bronchiektasien sind ein zunehmend diagnostiziertes Krankheitsbild aufgrund der vermehrten CT Thorax Untersuchungen und steigenden awareness für dieses Krankheitsbild, jedoch ohne bisher zugelassene spezifische Therapien außerhalb der CF (Mukoviszidose/Cystic fibrosis). Eine Phase-3-Studie mit einem DPP1-Inhibitor zeigt ein positives Ansprechen, bei effektiver Reduktion von Exazerbationen im Vergleich zu Placebo. Es ist zu erwarten, dass das erste Medikament zur spezifischen anti-inflammatorischen Therapie außerhalb der CF noch im Laufe des Jahres 2025 eine Zulassung auf dem deutschen Markt finden wird. Treibender Faktor für die Krankheitsentstehung und den Progress ist u.a. eine chronische, führend neutrophile, seltener auch eine eosinophile Atemwegsinflammation. Die Inflammation kann als Schlüsselfaktor für Symptome und Exazerbationen gesehen werden. Nach Diagnosestellung sollte die weitere Ätiologie geklärt werden, da dies mitunter therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn eine behandelbare Grunderkrankung besteht. Wichtigste diagnostische Maßnahme zur Detektion einer Grunderkrankung ist – neben der Anamnese – die Bildgebung mittels Computertomografie. Bei Symptomen und positiver Bildgebung spricht man von einer Bronchiektasen-Erkrankung. Basistherapie ist die Verbesserung der mukoziliären Clearance mittels Atemtherapie. Darüber hinaus muss die Grunderkrankung gezielt behandelt werden sowie respiratorische Infektionen müssen sorgfältig diagnostiziert und therapiert werden. Ziel ist es, Exazerbationen zu vermeiden, um so den Fortschritt der Erkrankung zu verhindern. Eine Anbindung an Expertenzentren bei manifester Bronchiektasen-Erkrankung wird aufgrund des heterogenen Krankheitsbildes, das z.T. umfassender Diagnostik und multimodaler Therapieansätze bedarf, empfohlen.
Authors 2
-
Affiliation as printed
Klinik für Pneumologie und internistische Intensivmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, Germany
-
Affiliation as printed
Klinik für Pneumologie und internistische Intensivmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, Germany
Cited by 0 stored of 0
No patents citing this paper on Lens.org (checked 2026-10-06).