Neonatale Krampfanfälle bei gesundem Neugeborenen mit Hyponatriämie bei asymptomatischer Hyponatriämie der Mutter
Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, vol. 229
Abstract
Einleitung: Neonatale Krampfanfälle sind der häufigste neurologische Notfall bei Neugeborenen. Sie treten bei 1-5 von 1000 reifen Neugeborenen auf. [ 1 ] [ 2 ] Zu den Ursachen zählen z. B. die hypoxisch-ischämische Enzephalopathie, intrakranielle Blutungen, intrazerebrale Infektionen, Stoffwechseldefekte und seltener (ca. 10%) Elektrolytverschiebungen. [ 3 ] Es finden sich einige Fallberichte von maternaler Hyponatriämie unter Geburt mit konsekutiver Hyponatriämie und Krampfanfällen des Neugeborenen. Fallbericht: Aufnahme eines reifen Neugeborenen (40+3 SSW), nach Spontanpartus aus grünem Fruchtwasser in einer peripheren Geburtsklinik zur CPAP-Therapie bei respiratorischer Anpassungsstörung. Beginn einer antibiotischen Therapie (Ampicillin und Tobramycin). Neben einem IL-6 von 81 pg/ml bestand eine Hyponatriämie mit 115 mmol/l, bei klinisch außer einer respiratorischen Insuffizienz unauffälligem Kind. Ursachen einer Hyponatriämie wie SIADH, adrenogenitales Syndrom, iatrogen (Infusion großer Mengen natriumfreier Lösung), Hypothyreose, Meningitis kamen in Betracht. Zu diesem Zeitpunkt keine maternalen Auffälligkeiten bekannt. Beginn einer intravenösen Natrium-Substitution. Nach drei Stunden tonisch-klonisch generalisierter Krampfanfall, spontan nach 7 Minuten sistiert. Aktuelles Natrium 117 mmol/l, Normokaliämie, Normoglykämie, Normocalcämie. Erhöhung der Natriumzufuhr und Eskalation der Therapie mit Cefotaxim und Aciclovir. Im Verlauf zwei weitere Krampfanfälle, jeweils mit Phenobarbital zu durchbrechen. Erreichen eines Serum-Natrium von 125 mmol/l nach 12 Stunden ohne weitere Krampfäquivalente. Das kontinuierliche aEEG blieb unauffällig. Bildgebung (Sonographie, cMRT) ohne Hinweise auf eine intrakranielle Pathologie. Im Verlauf problemloser Kostaufbau mit rascher Reduktion der Natrium-Substitution ohne weitere Auffälligkeiten. Bei erneuter Nachfrage in der Geburtsklinik wurde ein Natrium von 128 mmol/l bei der Mutter benannt. Bei Ankunft in unserer Klinik erbrachte eine Kontrolle ein Natrium von 123 mmol/l. Anamnestisch fand sich eine habituelle Polydipsie (3-5l Wasser/d), eine Flüssigkeitsrestriktion führte zu einem Natrium-Anstieg auf 133 mmol/l. Fazit: Nach Ausschluss vieler, auch seltener Differentialdiagnosen, war die Ursache der Hyponatriämie letztendlich die maternale Hyponatriämie. Es sollte ein standardisierter Ausgleich (rasch bis zu einem Erreichen von 125 mmol/l, dann 8–10 mmol/l in den ersten 24 Stunden, also 0,3–0,4 mmol/l/h) [ 4 ] angestrebt werden. Aus geburtshilflicher Sicht bestehen für eine Hyponatriämie verschiedene verursachende Faktoren im Rahmen der Entbindungssituation. Fallberichte beschreiben eine gesteigerte maternale Flüssigkeitsaufnahme unter der Geburt. Diese kann über die Plazenta auf das Kind übertragen werden. [ 5 ] Daher sollten auch klinisch unauffällige Neugeborene von Müttern mit Hyponatriämie beobachtet und Elektrolytkontrollen zugeführt werden. Publication History Article published online: 19 May 2025 © 2025. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Authors 4
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E van Erckelens Aachen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin
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Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, Aachen, Germany
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S Essers Aachen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin
Affiliation as printed
Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, Aachen, Germany
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T Orlikowsky Aachen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin
Affiliation as printed
Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, Aachen, Germany
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S Trepels-Kottek Aachen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin
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Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, Aachen, Germany
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References 5
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