Lyrik
J.B. Metzler eBooks, pp. 125–144
Abstract
Die Lyrik der Weimarer Republik ist zum einen eine Weiterführung bereits vor dem Ersten Weltkrieg kanonisierter konservativer Tendenzen der Lyrik, die das Repertoire dichterischer Sinnstiftungsunternehmungen kultivieren und die verschiedenen Varianten einer Entsprechung von Wirklichkeit und sie betrachtendem Subjekt poetisch entfalten. Zum anderen zeigen sich gerade in den 1920er Jahren eine Reihe von Brüchen mit diesen Lyrik-Traditionen, die mit einer programmatischen Betonung der Desillusionierung und Kritik vorgetragen werden. Dabei werden die gängigen (moralischen bzw. expressionistischen) Idealismen und Dichtungsemphasen entweder verabschiedet oder parodistisch produktiv gemacht oder Übergänge in experimentelle ästhetische Formen und populäre Vortragsformate gesucht. Dass sich Lyriker/innen von der politischen Tagesaktualität beeindruckt zeigen und – im Wissen um die Abhängigkeit auch des Intellektuellen von den politischen und ökonomischen Verhältnissen – diese Sphäre zu einer ihres Urteils und ihrer Parteinahme machen, ist ein drittes prägendes Moment der Lyrik von der Novemberrevolution bis 1933.
Authors 1
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Christine Waldschmidt corresponding Aachen Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft
Affiliation as printed
Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft, RWTH Aachen, Aachen, Deutschland
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