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Ungewöhnliche HCV-Genotypen und Re-Therapie in einer Kohorte europäischer Patienten mit einem DAA-Versagen

Zeitschrift für Gastroenterologie, vol. 61, pp. e457–e458

Abstract

Einleitung Die globalen HCV-Eliminationsziele können mit hochwirksamen direkt antiviralen Medikamenten (DAAs) zur Behandlung der Hepatitis-C-Virusinfektion (HCV) erreicht werden. Studien zeigten jedoch, dass ungewöhnliche HCV-Genotypen (GT), die in Industrieländern selten sind, mit niedrigeren SVR-Raten (sustained virologic response) assoziiert sind und DAAs der zweiten Generation sind nicht in allen Ländern verfügbar. Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz von ungewöhnlichen GT und Resistenz-assoziierten Substitutionen (RAS) bei Patienten mit einem DAA-Versagen und den Erfolg der Re-Therapie zu untersuchen. Methodik In der europäischen Resistenzdatenbank wurden 1314 Patienten identifiziert, die auf eine DAA-Behandlung zwischen 2014 und 2022 versagt hatten. NS3, NS5A und NS5B wurden PCR-amplifiziert und sequenziert, und RAS mit einer>2-fach erhöhten EC50 gegenüber DAAs wurden analysiert. Alle HCV-Geno- und Subtypen wurden sequenzbasiert ausgewertet. Ergebnisse Insgesamt waren 4% (58/1314) der Patienten mit einem DAA-Versagen mit einem ungewöhnlichen HCV GT infiziert. Dabei waren ungewöhnliche GT unterschiedlich häufig: 46% (27/58) GT4 (4b, 4c 4f, 4n, 4o, 4r, 4v), 24% (14/58) GT3 (3b, 3g, 3h, 3i, 3k; 24%), 12% (7/58) GT6 (6e, 6f, 6n, 6r); 10% (6/58) GT1 (1c, 1e, 1l) und je 4% (2/58) GT2k und GT5a. Die Mehrzahl der Patienten mit ungewöhnlichen GT (79%, 46/58) hatte auf DAAs der ersten Generation (LDV/SOF, DCV/SOF, 2D/3D, SOF/RBV, GZR/EBR) versagt, und nur 21% (12/58) zeigten ein Versagen auf Behandlung mit DAAs der zweiten Generation (VEL/SOF oder G/P). Charakteristische NS5A-RAS an den Positionen 28, 30 und 31 wurden vor allem beim GT3 (86%, 12/14) und beim GT4 (96%, 23/24) nach DAA-Versagen nachgewiesen, während RASs bei anderen GTs seltener vorkamen. Y93H war insgesamt selten. 76% (44/58) der Patienten hatten eine Re-Therapie begonnen, die meisten mit VOX/VEL/SOF (n=29), und 95% (39/41 mit abgeschlossener Nachbeobachtung) erreichten eine SVR über alle Regime hinweg. Bei zwei Patienten mit Zirrhose kam es zu einem virologischen Versagen. Ein Patient mit GT3b sprach nicht auf VOX/VEL/SOF an, ein anderer nicht auf VEL/SOF/RBV. Schlussfolgerung Ungewöhnliche HCV GT kamen bei 4% der Patienten vor, meist nach Versagen gegenüber Erstgenerations-Regimen. Die Re-Therapie war mit 95% SVR erfolgreich. Die mangelnde weltweite Verfügbarkeit von DAAs der zweiten Generation könnte dazu führen, dass die globalen Eliminationsziele nicht erreicht werden. Publication History Article published online: 28 August 2023 © 2023. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany

Authors 18

  1. University Hospital Frankfurt

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    Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Frankfurt am Main, Deutschland

  2. University Hospital Leipzig

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    Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Onkologie, Gastroenterologie, Hepatologie und Pneumologie, Leipzig, Deutschland

  3. Medizinische Hochschule Hannover

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    Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Hannover, Deutschland

  4. Medizinische Hochschule Hannover

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    Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Hannover, Deutschland

  5. University Hospital Frankfurt

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    Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Frankfurt am Main, Deutschland

  6. Institute for Interdisciplinary Medicine

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    IFI-Institut für interdisziplinäre Medizin, Hamburg, Deutschland

  7. University Hospital Frankfurt

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    Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Frankfurt am Main, Deutschland

  8. University Hospital Frankfurt

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    Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Frankfurt am Main, Deutschland

  9. Universitätsklinikum Würzburg

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    Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Würzburg, Deutschland

  10. Universitätsklinikum Würzburg

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    Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Würzburg, Deutschland

  11. Justus-Liebig-Universität Gießen

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    Justus Liebig Universität Gießen, Medizinische Klinik II, Gießen, Deutschland

  12. Justus-Liebig-Universität Gießen

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    Justus Liebig Universität Gießen, Medizinische Klinik II, Gießen, Deutschland

  13. Universitätsklinikum Aachen

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    Uniklinik RWTH Aachen, Medizinische Klinik III, Aachen, Deutschland

  14. Université Libre de Bruxelles

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    Université Libre de Bruxelles, Department of Gastroenterology, Hepatopancreatology and Digestive Oncology, Brüssel, Belgien

  15. University Hospital Zurich

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    UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Zürich, Schweiz

  16. University Hospital Zurich

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    UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Zürich, Schweiz

  17. University Hospital Frankfurt

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    Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Frankfurt am Main, Deutschland

  18. University Hospital Frankfurt · St. Josefs Hospital

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    St. Josefs-Hospital, Wiesbaden, Deutschland

    Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Frankfurt am Main, Deutschland

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References 0