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Erfahrungsbericht einer tropendermatologischen Hospitation in Sri Lanka

JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, vol. 21, pp. 1273–1274

Abstract

Im Juni 2023 habe ich für eine mehrwöchige Hospitation die Hautkliniken des Lady Ridgeway Hospital (LRH) und des National Hospital Sri Lanka (NHSL) in Colombo besucht. Das Arbeiten in einem medizinischen System mit großen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen und die Möglichkeit, besondere Einblicke in die Tropendermatologie zu erhalten, formten in mir die Idee, nach Sri Lanka zu reisen. Betreut wurde ich von Herrn Professor Jayamini Seneviratne, dem langjährigen Kooperationspartner der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Ich kam gerade noch rechtzeitig, um von seiner herausragenden Lehre zu profitieren, bevor Ende Juni sein Abschied vom LRH gefeiert wurde (Abbildung 1). Das LRH ist das größte Kinderkrankenhaus des Landes, an dem die Patient:innen eine kostenlose Behandlung erhalten. Die offene dermatologische Sprechstunde spielt sich in einem großen Behandlungszimmer ab, das gleichzeitig als Bibliothek, Arbeitszimmer und Pausenraum fungiert. Die kleinen Patient:innen werden parallel von mehreren Ärzt:innen gesehen und den Consultants (Fachärzt:innen) vorgestellt. Durch das offene Arbeiten herrscht ein reger Austausch und interessante Patientenfälle können direkt untereinander besprochen werden. Im Krankenhausalltag ist die anhaltende Wirtschaftskrise allgegenwärtig. Um die Basisversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, ist man auf die regelmäßigen von der DDG unterstützten Medikamentenlieferungen aus Deutschland angewiesen. Neben der medizinischen Versorgung wird von den Ärzt:innen auch noch ein Bildungsauftrag erfüllt, indem kleine Rechenaufgaben geübt werden und englischsprachige Kinderbücher bis zur Wiedervorstellung verliehen werden. Ich konnte hier viele infektiöse Hautkrankheiten sehen, habe gelernt, die Diagnose kutaner Lepra-Erkrankungen zu stellen und habe unzählige Kinder mit Kopfläusen und Skabies erlebt, was ein großes soziales Problem im Land darstellt. Daneben habe ich mein klinisches Auge für die Morphologie nicht-infektiöser Hauterkrankungen auf dunkel pigmentierter Haut geschult, durfte an dermato-pathologischen Konferenzen teilnehmen und war fasziniert, wie komplexe Syndrome anhand klinischer Kriterien diagnostiziert werden. Am NHSL besuchte ich unter Leitung von Dr. Janaka Akarawita die dermatologischen Sprechstunden und habe viele erwachsene Patient:innen mit bekannten Krankheitsbildern gesehen. Zahlreiche indizierte Therapien sind aufgrund der Wirtschaftskrise aktuell im Land nicht verfügbar oder für die Betroffenen nicht finanzierbar, sodass Hauterkrankungen oft sichtbar stärker ausgeprägt sind. Im Vergleich zur westlichen Welt ist Hautkrebs hier eine Rarität und sorgt unter den Ärzt:innen für großes Interesse. Angegliedert an das NHSL ist die führende medizinische Fakultät des Landes, deren Student:innen sehr gut ausgebildet werden, was das hohe akademische Niveau der singalesischen Ärzt:innen erklärt. Der Aufenthalt in Sri Lanka war für mich sowohl beruflich als auch persönlich sehr bereichernd. Die Dermatologie lässt viel über andere Kulturen lernen und öffnet den interkulturellen Austausch. Ich kann jedem nur empfehlen, dieses Abenteuer zu wagen und für eine Zeit in einem Entwicklungsland zu arbeiten. Bedanken möchte ich mich besonders bei Herrn Dr. Dieter Reinel für seine Unterstützung bei allen organisatorischen Belangen und für den Kontakt zur Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Außerdem geht mein Dank an die International Society for Dermatology in the Tropics für mein Reisestipendium. Open access Veröffentlichung ermöglicht und organisiert durch Projekt DEAL.

Authors 1

  1. Morna Friederike Schmidt corresponding Aachen

    Universitätsklinikum Aachen

    Affiliation as printed

    52074 Aachen

    Dr. med. Morna F. Schmidt

    Email: [email protected]

    Klinik für Dermatologie und Allergologie

    Korrespondenzanschrift

    Morillenhang 27

    Uniklinik RWTH Aachen

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