Gesundheitsschutz und Klimawandel erfordern ambitionierte Grenzwerte für Luftschadstoffe in Europa
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, vol. 66, pp. 1030–1034
Abstract
Zusammenfassung Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aufgrund wissenschaftlicher Ergebnisse die Richtwerte zur Luftqualität 2021 verschärft. Es wurde eine deutliche Absenkung der Jahresmittelwerte von Feinstaub (Partikelgröße 2,5 µm oder kleiner, PM2,5) sowie der Langzeitbelastung gegenüber Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon (O3) empfohlen. Das Mortalitätsrisiko, wie Studien für den Bereich der niedrigen Luftschadstoffkonzentrationen belegen, steigt bereits oberhalb der WHO-Richtwerte an. In Deutschland wurden die WHO-Richtwerte von 2021 für PM2,5 und NO2 im Jahr 2022 deutlich überschritten. In diesem Positionspapier geben wir folgende Empfehlungen zur Europäischen Luftqualitätsrichtlinie: (1) Festlegung von verbindlichen Grenzwerten entsprechend WHO 2021, (2) Geltungsbereich der Grenzwerte in ganz Europa, (3) Fortführung und Ausbau der etablierten Ländermessnetze, (4) Ausbau der Luftqualitätsmessungen für ultrafeine Partikel und Rußpartikel, (5) Verknüpfung von Maßnahmen zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz. Eine Verschärfung der Grenzwerte für Luftschadstoffe erfordert gesellschaftliche und politische Veränderungen unter anderem in den Bereichen Mobilität, Energienutzung und -erzeugung, Stadt- und Raumplanung. Die Umsetzung der WHO-2021-Richtwerte hätte einen volkswirtschaftlichen Nettonutzen von 38 Mrd. € im Jahr. Ambitionierte Grenzwerte für Luftschadstoffe helfen auch, den Klimawandel und seine gesundheitlichen Auswirkungen einzudämmen. Die Kommission Environmental Public Health hält daher ambitioniertere Grenzwerte für notwendig, um einen effektiven Gesundheitsschutz in Deutschland zu ermöglichen, und fordert, dass Luftschadstoffgrenzwerte entsprechend den WHO-Empfehlungen von 2021 in Europa verbindlich werden.
Authors 14
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Annette Peters corresponding
Ludwig-Maximilians-Universität München · Helmholtz Munich · Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie
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Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764, Neuherberg, Deutschland. annette.peters@helmholtz-munich.de
Lehrstuhl für Epidemiologie, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Medizinische Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, Deutschland. annette.peters@helmholtz-munich.de
Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764, Neuherberg, Deutschland
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Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
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Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, München, Deutschland
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Institut für Public Health und Pflegeforschung, Abteilung Sozialepidemiologie, Universität Bremen, Bremen, Deutschland
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Jena University Hospital · Friedrich Schiller University Jena
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Institut für Arbeits‑, Sozial- und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
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Medizinische Fakultät OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland
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RWTH Aachen University · Universitätsklinikum Aachen
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Institut für Arbeits‑, Sozial- und Umweltmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, Deutschland
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Humboldt-Universität zu Berlin
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Geographisches Institut, Angewandte Geoinformationsverarbeitung, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland
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Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung, Deutscher Wetterdienst, Freiburg, Deutschland
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Ludwig-Maximilians-Universität München · LMU Klinikum · Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
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Instituts- und Poliklinik für Arbeits‑, Sozial- und Umweltmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität Klinikum, München, Deutschland
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Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland
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University Hospital Augsburg · University of Augsburg
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Medizinische Fakultät - Lehrstuhl für Umweltmedizin, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, Deutschland
Medizinische Fakultät – Lehrstuhl für Umweltmedizin, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, Deutschland
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University of Bremen · Leibniz Institute for Prevention Research and Epidemiology - BIPS
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Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS und Universität Bremen, Bremen, Deutschland
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS und Universität Bremen, Bremen, Deutschland
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Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764, Neuherberg, Deutschland
Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764, Neuherberg, Deutschland
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Düsseldorf University Hospital · Heinrich Heine University Düsseldorf
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Institut für Arbeits‑, Sozial- und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
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