A

Kaverne, bronchogene Zyste oder verschleppte Pneumonie mit Abszessbildung?

Klinische Pädiatrie, vol. 235, pp. 126

Abstract

Anamnese Vorstellung eines 20 Monate alten Kleinkindes in der Notfallambulanz mit Fieber bis 39°C seit zwei Tagen, Husten und beginnender Nahrungsverweigerung. Seit vier Wochen seien bereits rezidivierende Episoden mit Husten und Fieber aufgetreten, zudem eine Otitis media. Es erfolgte ambulant bereits dreimalig eine antibiotische Therapie sowie mehrfach Inhalationen mit Salbutamol-DA. Aufnahmebefund 20 Monate altes Kind in reduziertem Allgemeinzustand, febril mit 39,4°C, tachypnoeisch und tachykard, beidseits ubiquitäre mittelblasige Rasselgeräusche und feinblasige Rasselgeräuschen in beiden Mittelfeldern, sonstige Untersuchung blande. Diagnostik und Therapie Deutlich erhöhte Entzündungswerte mit CRP 130mg/l und einer Thrombozytose von 524/µl, sonstige Laborwerte blande. Bei prolongiertem Krankheitsverlauf in der Vorgeschichte radiologische Diagnostik mit Röntgen-Thorax und im Folgenden auch CT-Thorax, die eine Zeichnungsvermehrung beidseits im Hilusbereich und eine deutliche Verschattung im Bereich des rechten Oberlappens mit Spiegelbildung mit angrenzender Atelektase und mediastinaler Lymphadenopathie zeigte. Bronchoskopie blande ohne Keimnachweis, insbesondere negative Tuberkulosediagnostik aus BAL, Magensaft inklusive Kulturen und Quantiferontestung. Verlauf Unter einer antibiotischen Therapie mit Cefuroxim entfieberte die Patientin zügig innerhalb von zwei Tagen und die Inflammationsmarker waren schon nach vier Tagen deutlich vermindert auf ein CRP von 43mg/l. Im Kontroll-CT nach 14 Therapietagen weiterhin luftgefüllte zartwandige Höhle, jedoch fast kompletter Rückgang der intraläsionalen Flüssigkeit und deutliche Besserung der Umgebungsreaktion. Somit Fortführung der antibiotischen Therapie (3 Wochen i.v., dann oral). Im CT-Thorax 12 Wochen nach Therapieende war nur noch ein kleiner, solider Restbefund ohne luftgefüllten Raum nachweisbar. Schlussfolgerung Unter Berücksichtigung des Verlaus bestand am ehesten eine abszedierte Pneumonie, die sich unter antibiotischer Therapie mit Cefuroxim zügig besserte. Eine Kaverne bzw. eine infizierte bronchogene Zyste waren jedoch differentialdiagnostisch gerade aufgrund der radiologischen Befunde im Verlauf diskutiert worden und entsprechende Diagnostik insbesondere in Bezug auf Tuberkulose erfolgt. Publication History Article published online: 09 March 2023 © 2023. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany

Authors 4

  1. Universitätsklinikum Aachen · RWTH Aachen University

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    Universitätsklinik RWTH Aachen, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Aachen, Deutschland

  2. Universitätsklinikum Aachen · RWTH Aachen University

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    Universitätsklinik RWTH Aachen, Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie, Aachen, Deutschland

  3. Universitätsklinikum Aachen · RWTH Aachen University

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    Universitätsklinik RWTH Aachen, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Aachen, Deutschland

  4. Universitätsklinikum Aachen · RWTH Aachen University

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    Universitätsklinik RWTH Aachen, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Aachen, Deutschland

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