A

B Problemgeschichte des lukanischen Doppelwerks

De Gruyter eBooks, pp. 8–118

Abstract

BP roblemgeschichtedes lukanischen Doppelwerks1D as lukanische Doppelwerk alsF orschungskonstrukt: Die Exegese des 18./19.Jahrhunderts 1.1 Die Forschungsentwicklung im Überblick Bereits der erste (veröffentlichte) Drucke ines urtextlichen Neuen Testaments stellte sich dem Problem der Einheit des lukanischen Doppelwerks¹.Erasmus von Rotterdam (um 1466 -1536) führte in seinem Novum Instrumentum (1516) Gründe dafür an, Lk und Apgi nu nmittelbarer Sequenz zu bieten.Die Gutenberg-Bibel (1455/1456) und die Complutensische Polyglotte (NT publ.1522)w iesen noch die vonH ieronymus her vertraute Akoluthie Tetraevangelium -Corpus Paulinum (mit Hebr) -Praxapostolos -Apokalypse auf ².Erasmus fand in den Adnotationes in Novum Testamentum des Lorenzo Valla (um 1405 -1457), die er selbst 1505 ediert hatte,die Akoluthie Tetraevangelium -Apg -Corpus Paulinum -Katholische Briefe -Offb vor, wie sie auch bei einigen antiken Zeugen, etwa bei Eusebios, belegt ist³.Z udem war in Vulgata-Drucken die Strukturparallele vonAltem und Neuem Testamentals Summarium Bibliae verbreitet: libri legales,historiales, sapientiales, prophetales,für das Neue Testament also: Evangelien, Apgals liber historialis,B riefe, Offb⁴.Z um Ausgangdes Lk und zum Eingang der Apgerwägt Erasmus in den annotationes (zu Lk 24,52u nd Apg1 ,1), Lk/Apg in medial geschlossenem Zusammenhang anzuordnen⁵.Für diese Option sprechen ausseiner Sicht die literarische Einheit der beiden libri ad Theophilum und das vonL ukas selbst gesetzte Verbindungssignali nA pg 1,1: Deinde Acta illa plane parse st euangelicae historiae (Desiderius Erasmus, ASDVI.5[2000], p. 605,l .242 f.: zu Lk 24,52]⁶,vgl.p.604 f., l. 240 -244).Ausschlaggebend war für Erasmus am Ende die  ZumF olgenden de Jonge,F eatures, 172 -183.Ichd ankeH errn Kollegen Henk Jand eJ onge (Universität Leiden), Mitherausgeber der Opera Omnia des Desiderius Erasmus (ASD), dafür,dass er mir schon vord er Publikation (2020) Zugangz us einem höchst lehrreichen Aufsatz gegeben und mich über die Behandlung des Doppelwerks bei Erasmus unterrichtet hat (E-Mail vom10.03.2020). Dazu näher de Jonge,F eatures, 172f.

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